Ich. kann. nicht. mehr. #roflmao
Inhalt
13.01.2010, 13:25h
Eines der Dinge, die ich schon immer gut konnte, war Schlafen. Ich gehöre zu den sogenannten B-Menschen: in einer perfekten Welt würde ich bis 1 oder 2 Uhr wachen und dann ziemlich genau 8 Stunden friedlich schlummern. Dem Leben mit Mann, angestellt und arbeitszeitgebunden, ist es geschuldet, dass meine Schlafrealität ein wenig anders aussieht. Aber ich quäle mich nur wenig – solange ich ein Minimum von 7 Schlafstunden pro Nacht verbuchen kann, ist alles rosig und gut. Alles unter 7 Stunden zusammenhängenden Schlafes hingegen macht mich zu einer ausgesprochen ungenießbaren Zeitgenossin, die ihre eigene Gesellschaft kaum erträgt und weinerliche Blogartikel schreibt.
Im Durchschlafen, übrigens, war ich immer derart gut, dass es fast schon schade ist, dass es nie zu einer sportlichen Disziplin gemacht wurde. Man stelle sich all die schönen Pokale vor, die ich hätte gewinnen können, Olympisches Gold für Durchschlafen, und imaginiere die kleinen Alltagssorgen, die sich daraus ergeben hätten: Wohin mit den ganzen Auszeichnungen? Regale ins Kämmerchen fürs Understatement, oder doch gleich völlig ehrlich mit einer Wohnwand protzen? Und wenn Wohnwand, wer staubt sie dann regelmäßig ab? Aber, ach, kommen wir doch ohne weitere Umschweife zum Punkt:
Ich habe mein Schlaf-Mojo verloren.
Ich schlafe nicht mehr durch.
Es ist fast, als hätte mir der Körper den Melatoninhahn zugedreht – denn ich, die ich jahrelang den Wecker des Mannes vollständig zu überhören in der Lage war, ich(!), die ungekrönte Königin des nie enden wollenden Tiefschlafes, erwache seit ein paar Wochen täglich zwischen 5:25 Uhr und 5:35 Uhr, ohne dass etwas in unseren Räumlichkeiten auch nur einen Mucks macht.
Ich erwache entweder von den Tätigkeiten des Nachbarn unter uns (heute Morgen hörte ich einen Zahnbürstenfuß in einem Glas aufschlagen – nur kurz nachdem ich knapp davor war, anhand des Wasserklanges herauszufinden, ob da ein durchflusshemmender Duschkopfspareinsatz am Werke ist). Oder weil der Supermarktparkplatz hinterm Haus vom Schnee befreit wird.
Weiterhin erwache ich zu anderen UhrUnzeiten, weil die grobmotorische Nachbarin die Treppe derart minderelagant hinabschreitet, dass ich Angst habe, sie könnte die Wand durchbrechen. Oder weil sich der Mann neben mir umdreht. Oder ein Rollo 2 Etagen tiefer quietscht.
Ich habe mein Schlaf-Mojo verloren.
Ich schlafe nicht mehr durch.
Es ist geradezu lächerlich.
