Nebenan stirbt in diesem Moment ein Stück Feldrand, damit Anfang nächster Woche die Bodenplatte für ein Eigenheim gegossen werden kann. Die Bauherren, ein junges Ehepaar und in nicht mehr allzu langer Zeit zu dritt, führen Freischneider und Säge selbst, während sie mit offener Miene jeden potentiellen Zukunftsnachbarn freundlich grüßen. Ich aber meide möglichst unauffällig den glücklichen Glanz ihrer Augen, mit dem sie genau die Bäume köpfen, denen ich 6 Sommer lang beim Wachsen zugeschaut habe. Metall durchtrennt kreischend die schönen Jahresringe, und ihr Schmerz läuft mir in Tränen über das Gesicht.
Inhalt
04. Sep 2010 Was mir lieb war.
12. Aug 2010 Happa!
Was Sie hier sehen, meine Damen und Herren, sind Teile von Hope, die sich eng an mir persönlich unbekanntes Gemüse schmiegen. Sie fragen sich nun zurecht: Wer ist diese Hope, dass sie hier so zerstückelt auf einem Teller herumliegen muss? Und gar nicht so unzufällig bin ich in der glücklichen Lage, diese Frage überaus kompetent beantworten zu können:
Bevor Hope Hope hieß, war sie ein schlaffer Trieb von gerade mal 2 Zentimetern hellgrüner Länge bei nicht nennenswerter Breite und hatte als einzige ihrer Art den Winter auf den seroposchistischen Außenanlagen überlebt, was mir irgendwie tapfer vorkam. So schenkte ich ihr einen eigenen Topf, woraufhin der Mann sie mit einem eigenen Namen bedachte. Derart reichtlich ausgestattet, ist Hope zu einer prächtigen, glatten Petersilienpflanze herangewachsen, weshalb es heute an der Zeit war, von ihr zu kosten, und – was soll ich sagen: Sie schmeckt hervorragend.