Ich fühle mich zittrig und ängstlich. In nicht ganz vierundzwanzig Stunden wird die Kleinkatz – Houston, wir haben Mammatumore – operiert, seit Samstag wissen wir um diesen Termin, seit Samstag bin ich ein emotionales Wrack. Ein Bündel Nerven, das man nur ganz leicht anstechen muss, damit es wahlweise überläuft oder explodiert. Meinen Hintergrund bilden neun Wochen, in denen ich fast ausschließlich gearbeitet habe, meist sieben Tage die Woche, manchmal bis zu sechzehn Stunden; Wochen, die mich die Kraft gekostet haben, die ich jetzt bräuchte. Meine Haut ist dünn, ich bin sehr klein vor Sorge, und sehr schwer vor Angst. Angst vor Blutungen, die es mir unmöglich machen könnten, die Kleinkatz wieder nach Hause zu holen. Angst vor Metastasen auf dem Röntgenbild, davor, dass sich etwas bösartiges in ihre kleinen Knochen und ihre winzige Lunge gefressen hat und ihre Tage bereits gezählt sind. Sie ist doch so ein zartes, liebes Wesen. Ich fürchte mich davor, die Fassung zu verlieren, und wiederhole stoisch die Aufforderung an mich selbst: »Haltung wahren!« Es hilft ja nichts.
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15. Apr 2009 (N21)
Nichts ist so weich wie das Bauchfell einer tiefschlafenden Katzerkatz.
Altes serotonisches Sprichwort