Ich würde übrigens dafür plädieren, mit dem WM-en gar nicht mehr aufzuhören. WM-en hat so viele Vorteile, ich mein, alleine die nachbarschaftliche Kommunikation! Das straßenübergreifende Aufstöhnen, Jubellaute, die sich zwischen Dachgiebeln treffen; niest jemand aus dem Haus mit der Nummer 4, ruft ganz Haus mit der Nummer 6 Gesundheit!
, es ist noch genau so ein Fest, wie es das anno 2006 schon war. Also wegen mir muss das alles nicht mehr aufhören, wenn sich auch der Witz, die Vuvuzelas einfach selber mitzubrummen [Indem man bar des passenden Instrumentes das ganze Gesicht so formt, als wäre man ein Schaf, und ganz laut „Mröööööööööööö“ macht, natürlich. (Versuchen Sie doch mal bitte, das nachzumachen – schielen Sie eigentlich auch intuitiv dabei? Also ich schon. Obwohl Schafe gar nicht schielen. Sowas.)] so langsam auch in den eigenen vier Wänden abläuft.
Stell sich mal einer vor, die WM wäre jetzt nicht. Dann hätte eine Moderatorin in einem unbedachten Moment wahrscheinlich kein Sprichwort benutzt, das durchaus missverstanden werden kann, hätte wahrscheinlich nicht ganz Twitterhausen auf die gute Frau eingedroschen, hätte Welt Online wahrscheinlich der Aufhänger zum Aufreger gefehlt, hätte der Herr Niggemeier wahrscheinlich keinen Artikel über diesen Artikel geschrieben, hätte es wahrscheinlich keine 950 Kommentare lange Kommentarspalte gegeben, (und jetzt, meine Damen und Herren, komme ich zum Punkt:) hätte ich nie über mich gelernt, dass ich in der Lage bin, einer derart zermürbenden Diskussion bis zu ihrem Ende zu folgen, ohne auch nur einen klitzekleinen Wutkrampf zu erleiden; meine ehemalige Fachfrau für mentale Problemlösungsstrategien wäre sicher stolz bis ins Mark. Demnächst entwickele ich noch so etwas wie die Fähigkeit zu echter Geduld, das wird der Wahnsinn.
Aber Dings sei es vielfach gedankt, die WM ist ja. Und mit ihr all die primaesquen Zeilen vom Huck, auf die ich mich jeden Morgen so freue.
Foto: plasticrevolver (Lizenz) – Danke!
11:58h
Anke sagt:
Echt? Ich hab mich schon nach zwei Tweets aus der Diskussion geistig ausgeklinkt. Aber ich bin da auch vorbelastet.
http://twitter.com/ankegroener/status/14353230656
(Mal sehen, ob ich den BBCode verstanden habe.)
12:27h
serotonic sagt:
Aber ja! Es war ein geradezu herrliches Schauspiel dort, ich habe mich regelrecht in Trance lesen können.
(Und hey, so konnte ich wenigstens erfahren, welche Art von Gedankengut mir – ebenfalls vorbelastet ;) – unterstellt wird. Und wie sehr mir das den Buckel runterrutschen kann. Was eigentlich das wirklich Wichtige an der ganzen Sache ist.)
09:53h
Trotzendorff sagt:
Wirklich fair ist das ja nicht. Da grübelt man stunden-, ja tagelang, was man diesem elendiglichen Diskursversuch noch eigenes hinzufügen könnte, denkt über einen Rant nach, über historische Abhandlungen oder Beschwichtigungen und dann kommen erst der Herr Niggemeier und dann Sie, um einem zu zeigen, wie das locker-flockig aus dem Handgelenk geht. Pff ...!
19:55h
serotonic sagt:
Na jetzt höan’se aber mal auf. Wissen’se was mich feiges Stück das an völlig unflockiger Mühe gekostet hat, derart suchbegriffs- und meinungsarm um den Brei herum zu eiern? Davon ab ist es mir eine Ehre, von Ihnen angepfft zu werden ^-^